
Im Buchmarketing denken wir zuerst an Social Media, Pressearbeit oder Werbung auf Amazon. Doch einer der wirkungsvollsten Hebel wird von vielen Verlagen noch immer unterschätzt und ist zentral für die Sichtbarmachung eines Buches: das Verzeichnis lieferbarer Bücher, kurz VLB.
Das VLB ist ein echter Schatz, um den uns viele andere Branchen beneiden. Hier entsteht die Sichtbarkeit eines Buches: Erst mit der Meldung der ISBN wird ein Titel für den Handel überhaupt auffindbar. Gleichzeitig ermöglicht das VLB Verlagen, mit einer einzigen Datenmeldung eine Vielzahl von Händlern – vom stationären Buchhandel, über die Filialisten wie Thalia oder Hugendubel bis zu Amazon – gezielt und einheitlich mit genau den Metadaten zu versorgen, die sie für die optimale Präsentation ihres Titels benötigen.
Viele Verlage behandeln ihre VLB-Einträge dennoch eher administrativ. Metadaten werden eingepflegt, sobald ein Titel erscheint, und danach selten wieder angefasst. Genau hier liegt jedoch ein enormes, oft ungenutztes Potenzial. Denn das VLB funktioniert im Kern wie eine Such- und Empfehlungsmaschine. Es entscheidet mit darüber, welche Titel bei einer Recherche auftauchen, wie sie dargestellt werden und ob sie für den Handel relevant erscheinen.
Welche Möglichkeiten für das Buchmarketing als kostenlose Hebel im VLB für Verlage zur Verfügung stehen, schauen wir uns im Folgenden genauer an.
Titel, Texte und Bilder: Qualität und Quantität der Buch-Metadaten sind für Sichtbarkeit entscheidend
Buchtitel, Informationen zum Autor, Thema-Klassifikation, Schlagwörter, Warengruppe und Produktbilder: in jedem VLB-Eintrag können Verlage umfangreiche Informationen zum Buch hinterlegen. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Qualität der hinterlegten Metadaten. Titel, Untertitel und Beschreibungen sind nicht nur formale Angaben, sondern zentrale Marketingelemente. Denn Verlage, die ihre Texte konsequent aus Lesersicht denken, haben einen klaren Vorteil. Eine Beschreibung, die Emotionen anspricht, den Nutzen klar herausstellt und Orientierung bietet, wirkt unmittelbar verkaufsfördernd und ist schließlich auch für den Buchhändler eine wichtige Hilfe im Verkauf.
Eng damit verbunden ist die gezielte Nutzung von Schlagwörtern. Wer hier nur generische Begriffe verwendet, verschenkt Reichweite. Differenzierte, suchrelevante Keywords sorgen dafür, dass Titel in konkreten Kontexten auftauchen und von den richtigen Zielgruppen gefunden werden. Gerade im Zusammenspiel mit klar definierten Zielgruppen, wie beispielsweise im Kinderbuchbereich oder bei den Kalendern, entfaltet das VLB seine volle Stärke. Denn sowohl Algorithmen als auch Buchhändler greifen auf diese Informationen zurück, um Empfehlungen auszusprechen.
Ebenso unterstützt eine sorgfältig gewählte Warengruppe und Thema-Klassifikation die Einordnung des Romans oder Sachbuches auf dem passenden „Büchertisch“ bzw. der zutreffenden Kategorie im Online-Shop.
Nicht zuletzt gilt: Bilder sagen mehr als tausend Worte. Wer im VLB mehrere hochwertige Produktbilder oder ein gezieltes USP-Bild hinterlegt, setzt seinen Titel wirkungsvoller in Szene und steigert die Attraktivität für Handel und Leser gleichermaßen.
Gibt es ein zu spät für die Optimierung des VLB-Eintrages?
Idealerweise sind die Metadaten zum Erscheinungstermin eines Buches im VLB bereits optimal aufbereitet. In der Praxis ist das – je nach Verlagsgröße und Anzahl der Neuerscheinungen – jedoch nicht immer realistisch. Die gute Nachricht: Für die Optimierung ist es nie zu spät. Ob kurz nach dem ET oder bei bereits erfolgreichen Backlist-Titeln – es lohnt sich jederzeit, die Daten zu überarbeiten und zu schärfen. Wirklich verschenkt wird Potenzial nur dann, wenn die Metadaten dauerhaft unangetastet und lückenhaft bleiben.
Optimierte Metadaten im VLB sind für erfolgreiches Buchmarketing im Online- und stationären Buchhandel Gold wert. Oft sind es keine grundlegenden Veränderungen, sondern gezielte Optimierungen, die den Unterschied machen. Wer beginnt, seine VLB-Daten als das zu betrachten, was sie sind – ein wirkungsvolles Marketinginstrument –, legt den Grundstein für mehr Sichtbarkeit und nachhaltigen Verkaufserfolg.
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